Personal Branding: Wie baue ich einen starken Personal Brand mit LinkedIn auf?

Die Markenbildung ist abgeschlossen. Nun heißt es raus aus der Komfortzone. Für unsere Markenziele braucht ein Personal Brand Sichtbarkeit. Die Social Media Kanäle wie Xing, Twitter, Instagram, Facebook oder LinkedIn sind ideale Plattformen, um seinen Marke zu formen und den Markenwert zu steigern. Eine Analyse der verschiedenen Social Media Plattformen macht Sinn, bevor wir mit unseren Aktivitäten starten. Wichtig ist zu wissen, welcher Content mit welchen Zielen verbunden ist.

 

Im Business Kontext stehen die  Business-Netzwerke LinkedIn und Xing im DACH-Raum im Wettwerb. Während Xing ausschließlich in der DACH-Region aktiv ist, bietet LinkedIn seinen Mitgliedern eine globale, internationale Plattform. LinkedIn hat sich zu einer agilen Plattform gemausert und wird im Dach-Raum immer beliebter bei Fach- und Führungskräften, Selbständigen, GeschäftsführerInnen und Unternehmen.

Personal Branding: Wie baue ich einen starken Personal Brand mit LinkedIn auf? Ein Interview mit der LinkedIn-Spezialistin Friederike Gonzales Schmitz

LinkedIn stellt einen großen Strauß verschiedener Formate zu Verfügung, um den eigenen Content und seinen Personal Brand zu platzieren und die Reichweite ist beeindruckend.

 

Wie baue ich meine Marke bei LinkedIn auf und was ist zu beachten? Diese und mehr Fragen beantwortet meine heutige Interviewpartnerin und LinkedIn-Expertin Friederike Gonzalez Schmitz von Social Media international aus München.

 

Sie berät seit vielen Jahren Fach- und Führungskräfte und GeschäftsführerInnen, ist Autorin der Buches „Effektives Selbstmarketing auf LinkedIn“ und geschätzte Vortragsrednerin.


Dorothe Willeke-Jungfermann:  Worin liegen aus Deiner Sicht die Vorteile eines starken Markenauftritts auf LinkedIn im Verhältnis zu den anderen Social Media Plattformen bzw. Business Netzwerken?

Friederike Gonzalez Schmitz: LinkedIn ist das weltweit größte Business-Netzwerk mit inzwischen 17 Millionen Nutzern im deutsch-sprachigen Raum und hat damit fast die Mitgliederzahl von XING erreicht. In den letzten drei Jahren konnte der größte Anstieg verzeichnet werden, so dass fast jeder deutsch-sprachige Nutzer hier seine Zielgruppe finden kann.

 

Zum anderen bietet LinkedIn als Netzwerk viele innovative und interaktive Funktionen für das Selbstmarketing an, welche ich im Business-Netzwerk XING vermisse. Bevor man heute eine Person im beruflichen Kontext trifft, wird der Name gegoogelt oder auf LinkedIn in die Suche eingegeben. Jeder der ein professionelles Profil eingerichtet hat, punktet bevor man ihn überhaupt getroffen hat.


LinkedIn hat sich im Laufe der Zeit zu einem Facebook fürs Business entwickelt, die Diskussionen auf der Plattform bieten weniger Ablenkung von privaten oder freizeitorientierten Themen, da es vorrangig um Unternehmen, Wirtschaft, Digitalisierung, Gesellschaft und Gründung geht. Das heißt, als Unternehmer kann man sich auf LinkedIn gut informieren, weiterbilden, austauschen und sich selbst als Experte in seinem Fachgebiet aufstellen.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Für wen ist der Aufbau des Personal Brands mittels LinkedIn geeignet und warum?

Friederike Gonzalez Schmitz: Noch vor kurzem habe ich gesagt, dass es sich vor allem für Fach- und Führungskräfte aus IT, Automobilbranche, Elektronik, Finanzdienstleistungen oder Forschung, lohnt, sich auf LinkedIn zu engagieren. Inzwischen sind fast alle Jobs vertreten, bei Personen aus dem Medizinsektor, der Pflege oder Handwerk sieht man auch mehr Anmeldungen aber es gibt noch Nachholbedarf. Berufstätige haben große Vorteile, sich mit ihrer beruflichen Expertise oder anderen gesellschaftlich wichtigen Themen wie z.B. dem Umweltschutz, Energiewende oder Bildung zu engagieren und sich mit Gleichgesinnten im Netzwerk auszutauschen. Wer zeigen möchte, dass er im Zeitalter der Digitalisierung angekommen ist, setzt auf eine digitale Visitenkarte auf LinkedIn.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Ein vollständiges Profil auf LinkedIn ist meine Bühne und Teil meines Markenauftritts. Was gibt es zu beachten und was ist zu vermeiden?

Friederike Gonzalez Schmitz: Ja, genau. Die Basis ist ein vollständiges Profil mit persönlicher Note. Das heißt, sie sollten darauf achten, dass die folgenden Bereiche ausgefüllt sind und wirklich Sie als Person widerspiegeln: Visitenkarte ist professionell, wenn sie Persönlichkeit zeigt, die Marke gut widerspiegelt und eben nicht austauschbar wirkt.

  • Ansprechendes, aktuelles Profilfoto, welches Sie so zeigt, wie Sie heute zum Kunden gehen würden.
  • Info-Text über Sie als Person, Ihre berufliche Expertise, Ihre Leistungen bzw. Ihr Angebot. Gerne beschreiben Sie in dem Text ein Highlight der Tätigkeit, ein Erfolgserlebnis und erwähnen, warum Sie auf LinkedIn netzwerken.
  • Stationen der Berufserfahrung. Die aktuelle Position kann gerne mit ein paar Stichpunkten ausführlicher beschrieben werden. Im Idealfall werden auch frühere Jobs mit genauen Berufsbezeichnungen und der Verknüpfung mit den Seiten der Arbeitgeber angegeben. Diese Verknüpfung hilft, sich mit alten Bekannten bzw. Ex-Kolleg:innen zu vernetzen.
  • Ausbildungsstätte mit Fachrichtung bzw. Studium.
  • Liste der Kenntnisse: Dieser interaktive Bereich ist suchmaschinenrelevant. Ergänzen Sie bis zu 50 Begriffe, über welche Sie auf LinkedIn gefunden werden möchten.
  • Des Weiteren achten Sie darauf, dass Sie beim Anmelden eine Branche als auch den Ort von welchem aus Sie tätig sind angeben.

Wenn diese sieben Bereiche ausgefüllt sind, sind Sie für LinkedIn ein Superstar und haben eine gute Basis zum Netzwerken. Zusätzlich dürfen Sie kostenfrei ein passendes Hintergrundbanner, Links zu Webseiten, zu Videos oder Dokumente in dem Bereich „im Fokus“ einfügen. So heben Sie sich von vielen, nicht so gut gepflegten Profilen, ab.

 

Das Profil ist eine digitale Visitenkarte, welche

  • durch die passenden Keywörter in den Texten punktet und
  • durch das Bildmaterial, passend zu Ihrer Marke heraussticht.

Zu vermeiden sind aussagelose Profile ohne Profilfoto und solche, die nur ein paar Lebenslaufdaten enthalten. Eine digitale Visitenkarte ist professionell, wenn sie Persönlichkeit zeigt, die Marke gut widerspiegelt und eben nicht austauschbar wirkt.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Wie baue ich auf LinkedIn meinen Personal Brand strategisch auf?

Friederike Gonzalez Schmitz: Nachdem Sie Ihr Profil ausführlich gestaltet haben, überlegen Sie sich eine Networking-Strategie, um gezielt die richtigen Personen auf Sie aufmerksam zu machen. Sie vernetzen sich mit bereits bekannten Personen, nehmen deren Anfragen an, suchen nach Branchen-Experten, Ihren Kunden und Kooperationspartnern.

 

Wenn Sie Kontaktanfragen stellen, sollte dies immer mit einer persönlichen Nachricht verbunden sein. Der Netzwerkaufbau hört daher eigentlich nie auf.


Im nächsten Schritt beobachten Sie und kommentieren Beiträge zu Themen, mit welchen Sie sich gut auskennen und welche zu Ihrer Marke passen. Sie können dazu z.B. die geposteten Beiträge Ihrer Kontakte nehmen oder nach Hashtags Ihrer Wahl auf LinkedIn suchen.


Wenn Sie das eine Weile praktiziert haben, überlegen Sie sich eigene Themen, die Sie als Beitrag publizieren möchten. Schreiben Sie, wieder passend zu Ihrer persönlichen Marke, über berufliche Veränderungen, Kundenerfahrungen, über ein Aha-Erlebnis nach einer Veranstaltung, über eine Weiterbildung. Auch gesellschaftliche Themen oder ein Buch, ein Film, das/ den sie vor kurzem gelesen/ gesehen haben, können diskutiert werden. Die Mischung aus dem Kommentieren und dem Posten eigener Beiträge ist goldwert – nur so gelingt eine gleichberechtigte Kommunikation.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Was ist der LinkedIn Social Selling Index, kurz SSI, und wie kann ich ihn beeinflussen?

Friederike Gonzalez Schmitz: Der Social Selling Index (SSI) spiegelt wieder, wie gut und effektiv die vielen verschiedenen LinkedIn-Funktionen genutzt werden. Sie können Ihren Wert über diesen Link abrufen:

 

Die maximale Punktzahl ist 100. Ich empfehle, sich nicht zu sehr davon beeinflussen zu lassen, denn nicht jeder von uns muss jede einzelne Funktion einsetzen, um auf LinkedIn sichtbar zu werden. Mein SSI liegt heute bei 81. Mehr als 86 habe ich noch nie geschafft, was auch völlig ok ist, da ich LinkedIn so nutze, wie es in meinen Arbeitsalltag passt.

 

Einige der Sales-Navigator-Funktionen sind zwar spannend für den Vertrieb, mir fehlt aber einfach die Zeit und Muse, um sie täglich zu nutzen. Um sich mit anderen Personen zu vergleichen (zum Beispiel im Vertriebsteam) oder um selbst zu messen, wie man seine LinkedIn-Aktivitäten innerhalb von ein paar Wochen oder Monaten verbessert hat, ist der SSI ein interessanter Richtwert. Mehr aber auch nicht. Gerne lesen Sie zum SSI auch meinen Artikel "Kennen Sie Ihren Social Selling Index auf LinkedIn?"

Dorothe Willeke-Jungfermann: Relevanter Content ist ein Teil meines Personal Brands. Wie gehe ich beim Aufbau meiner Personenmarke auf LinkedIn strategisch vor?

Friederike Gonzalez Schmitz: LinkedIn-Content kann in verschiedenen Formaten gepostet werden, es ist ratsam, sich einen Redaktionsplan mit zur eigenen Marke passenden Inhalten zu überlegen. Der Fokus sollte immer auf dem Nutzen für die Zielgruppe bzw. Kunden liegen. Verpackt werden die LinkedIn-Beiträge mit Bildern, kürzeren oder längeren Texten, in Videos, PDFs oder Umfragen. Wer viel zu sagen hat, kann Blogartikel und sogar Newsletter posten. Geschickte Kommunikatoren setzen auf eine Mischung aus allen erwähnten Formaten.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Gibt es neben dem Content weitere Möglichkeiten digitale Reichweite für meinen Personal Brand auf LinkedIn zu erzielen?

Friederike Gonzalez Schmitz: Neben den Blogartikeln oder Beiträgen ist es wichtig, sich kontinuierlich mit neuen, interessanten Personen zu vernetzen. Wenn das Netzwerk sehr klein gehalten wird, kann der Content noch so gut sein, er wird einfach nur von einer sehr begrenzten Anzahl an Personen gesehen.


Für bereits sehr aktive Netzwerker mit großem Netzwerk rund um 10.000 Kontakte/ Follower gibt es den Creator-Modus, welcher den Autoren auch helfen kann, noch mehr Reichweite aufzubauen. Unterhalb der angegebenen Anzahl an Kontakten empfehle ich den Modus derzeit noch nicht. Wissenswert ist allerdings, dass man mit dem Creator Modus weitere Funktionen wie Newsletter oder LinkedIn-Live nutzen kann.


Wer kontinuierlich nützliche Beiträge publiziert und das über einen längeren Zeitraum durchhält, wird seine Reichweite ausbauen, die Sichtbarkeit steigern und auch neue Kunden gewinnen.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Viele verfluchen den LinkedIn-Algorithmus. Gibt es Möglichkeiten diesen zu beeinflussen?

Friederike Gonzalez Schmitz: Beeinflussen können wir ihn nicht, denn er ändert sich ja auch immer wieder. Es gibt einfach allerdings ein paar Dinge, die man wissen sollte, um nicht in das Algorithmus-Fettnäpfchen zu treten bzw. um unbewusst weniger Reichweite zu bekommen. Dazu gehören für mich:

  • Die Beiträge sollten inhaltlich so gestaltet sein, dass die Leser hängenbleiben, länger verweilen bzw. auf „mehr anzeigen“ klicken. Der Algorithmus zählt nämlich nicht nur die Anzahl der Likes und Kommentare, sondern auch, wie viele Personen den Beitrag gelesen haben.
  • Externe Links wie der Link zum Unternehmensblog, zur Karriereseite oder zu einem Youtube-Video sollten nur im Ausnahmefall verwendet werden.
  • Es sollte nur eine begrenzte Anzahl an Hashtags von 3-5 in Beiträgen verwendet werden.
  • Der Autor eines Beitrages sollte innerhalb der ersten zwei Stunden auf eigene Beiträge reagieren, z.B. Fragen beantworten oder sich bedanken.

Dorothe Willeke-Jungfermann: Deine fünf Tipps für einen strategischen Markenaufbau auf LinkedIn:

Friederike Gonzalez Schmitz:

  1. Nach einer Markenanalyse, sollte eine Keyword-Recherche für das Profil erfolgen.
  2. Aufbau eines professionellen beruflichen Netzwerkes.
  3. Zuhören und kommentieren von Branchen-Themen.
  4. Hashtag-Recherche und Kommentieren passender Beiträge.
  5. Erstellung eigener Beiträge in unterschiedlichen Formaten

Dorothe Willeke-Jungfermann: Deine 3 Marketing Tipps für den Aufbau eines Personal Brand auf LinkedIN.

Friederike Gonzales Schmitz:

  1. Hören Sie erst zu, bevor Sie sich auf LinkedIn engagieren!
  2. Erstellen Sie einen Content-Plan für die ersten Wochen!
  3. Wenn Sie keine Zeit zum Posten haben, kommentieren Sie Beiträge von Branchen-Experten!

Herzlichen Dank, liebe Friederike, dass Du Dir die Zeit genommen hast.

Wer dem wertvollen Content von Friederike Gonzalez Schmitz folgen möchte, sollte sich unbedingt mit ihr auf LinkedIn vernetzen.

Der Weg zur Website Social Media International.

 

Weiteren wertvollen Input finden Sie in ihrem Buch (4. Auflage): „Effektives Selbstmarketing auf LinkedIn: Berufliches Netzwerken in der digitalen Welt“. Zu erwerben bei Amazon als E-Book oder als gedrucktes Buch.


Hallo, mein Name, Dorothe Willeke-Jungfermann, Fotografin aus München
Hallo, mein Name, Dorothe Willeke-Jungfermann, Fotografin aus München

Mein Name, Dorothe Willeke-Jungfermann, Personal Brand Fotografin und Business Fotografin aus München. Ich mache Ihre Markenpersönlichkeit sichtbar.


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