Business Portraits: Fotografen müssen umdenken


"So dick bin ich nicht - so sehe ich doch nicht aus!" Erstaunt betrachte ich meine Business-Kundin und das soeben fotografierte Bild. Die Kundin: "So sehe ich aus und zeigte mir ein Selfie auf ihrem Smartphone". Alles klar?

Business Portraits: Fotografen müssen umdenken

Business Portraits versus Smartphone-Selfie

Fotografen haben gelernt: Als ideale Brennweiten für Portraits an einer Kleinbildkamera mit einem Vollformatsensor gelten Objektive im Brennweitenbereich von 50 bis maximal 150 mm. Die Proportionen des Gesichts werden in diesem Brennweitenbereich natürlich wiedergeben. Abgeraten wird von Brennweiten unter 50 mm, sogenannte Weitwinkelobjektive. Die tonnenförmige Verzeichnung dieser Objektive führt zu Verzerrungen,  je weiter unser Hauptmotiv aus dem Bildmittelpunkt rückt. Verstärkt wird dieser Effekt mit der Nähe zum Motiv. Die Nasen wirken überproportional groß und das Gesicht unrealistisch.

 

Die Smartphonefotografie verändert unsere Sehweise

Instagram, Facebook & Co. Millionen Selfies in jeder Lebenslage. Millionen Smartphone-Portraits mit einer eingebauten Brennweite, welche umgerechnet auf das benannte Kleinbildformat in etwa einem Weitwinkel von ca. 28 mm entsprechen. Die Menschen gewöhnen sich an diese Art der Bilder. Und es gibt einen positiven Effekt: Entfernen wir uns mit dem Smartphone vom Gesicht, wirken Gesicht und Körper schmaler.

Meine Business-Kundin, jung, hübsch, mit wunderbaren weiblichen Rundungen, empfand sich auf meinem mit einem 85 mm Objektiv aufgenommen Portrait als zu dick. Sie wollte auf dem Businessfoto schlanker aussehen, so wie auf ihrem Selfie.

 

Individuelle Businessfotografie

Also Objektivwechsel, ein leichtes Weitwinkelobjektiv kam zum Einsatz. Zudem wählte ich eine andere Perspektive. Kundin glücklich, Fotografin glücklich.

 

 

"Es gibt nur eine Regel in der Fotografie:

Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe."

Freeman Patterson

Alles klar!


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